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Diagnose: Transsexuelles Syndrom

Diagnose: Transsexuelles Syndrom

Von Carlo

Im Umgang mit meinem Hausarzt, meiner Beihilfestelle und einfach auch beim Erklären meiner Situation hatte es sich ergeben, dass ich meine ganz persönliche Diagnosestellung in Worte gefasst habe.

Ich habe mich dabei von den Punkten der Diagnosestellung von Frau Alter leiten lassen, die auf den Internetseiten der dgti – Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität nachzulesen sind.

1. Ich habe Anfang 1998 endlich ziemlich klar erkannt, warum ich trotz scheinbar intaktem Leben in Familie und Beruf mit mir selbst nicht klarkomme und immer wieder in depressive Episoden rutschte. Trotzdem dauerte es noch bis September 2001 ehe ich den Mut hatte, mich meinem Hausarzt anzuvertrauen. Da ich selbst approbierte Ärztin bin, hatte ich mich im Vorfeld zu diesem ersten Gespräch gründlich informiert, um weitere Schritte vorschlagen zu können.

2. Mein Hausarzt kennt mich und meine Familie (sowohl Eltern als auch Ehepartner und Kinder) bereits lange Jahre. Wir haben so manche kritische Situation gemeinsam gemeistert. Er hat mir in Phasen der psychischen Instabilität immer geholfen. Die Veränderungen meines äußeren Erscheinungsbildes konnte er ebenso mitverfolgen. Er erklärte sich auch nach meinem Outing bereit, mir so weit er es kann, zu helfen.

3. Da ich 3 gesunde Kinder zur Welt gebracht habe, steht fest, dass keine genitalen Abweichungen oder Fehlbildungen vorliegen. Sowohl Hormonspiegel als auch das große Blutbild wurden kontrolliert. Es liegen keinerlei Hinweise auf Erkrankungen vor. Mein Körper ist also im biologischen Sinne gesund.

4. Zweifel an meiner neurologischen und psychischen Gesundheit bestanden nicht. Die Diagnose „depressive Episode“ stand in unmittelbarem Zusammenhang mit meinem Outing als Transident. Durch das Einleiten der ersten Behandlungsschritte, war diese Episode relativ schnell beendet. Depressivität wird lediglich durch unverständliche Reaktionen der Umwelt hervorgerufen.

5. An der Diagnose „Transsexualität“ bestand also kein Zweifel.

6. Ich bekam einen Bolero (zum Abbinden der Brust) verordnet und erhielt das Rezept für „Sustanon“ – ein männliches Hormon. Die Behandlung mit diesem Medikament übernahm ein Gynäkologe, der bereits einige Erfahrungen bei der Be-handlung von Transmännern hat. Erste Veränderungen machen sich zu meiner Freude bereits bemerkbar.
Das ist der Stand meiner Entwicklung Anfang März 2002. So kann es ablaufen, muss es natürlich nicht. Es ist meine ganz persönliche Geschichte.

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