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OP Bericht (1)

Bericht der geschlechtsangleichenden OP einer Mann-zu-Frau-Transsexuellen

Anlegen von Kompressionsmanschetten an den Beinen. Tamponade des Rektums (Mastdarm) und sorgfältige Desinfektion des Abdomens (Bauch, Unterleib), des Genitale sowie der Unterschenkel bis in Schaftmitte. Eröffnen der Skrotal-Raphe (Hodensacknaht) in der Mittellinie, wobei der Schnitt über den Damm bis 2 cm vor den Analring verläuft. Darstellen der Harnröhre und Einbringen eines 18 Charr. Ballonkatheters zur Harnableitung.

Fassen zunächst des linken Testis (Hoden) mitsamt der Tunica vaginalis (seröse (= vorwiegend oder ganz aus Serum bestehend) Hülle des Hodens und Nebenhodens) und Präparation der Samenstranggebilde bis zum äußeren Leistenring. Dabei wird ein präperitoneales Lipom (Peritoneum ist das Bauchfell, das hier müsste dann ein Fettgeschwulst vor dem Bauchfell sein) isoliert und basal (an der Basis) abgesetzt.
Durchtrennung der Cremasterfasern (cremaster=hängend, schwebend). Parallel zu den Samenstranggebilden verläuft ein zartwandiger, etwa 2 bis 3 cm langer Bruchsack, der isoliert basal ligiert (der wird wahrscheinlich zur Seite gedrückt) und abgesetzt wird. Danach werden Ductus deferens (Samenleiter) und Gefäßband unmittelbar peripher des Eintritts in den Leistenkanal – allerdings unter einem gewissen Zug – abgesetzt. Nach Versorgung des zentralen Stumpfes mit einer Umstechungsligatur schlüpft derselbe in den Leistenkanal zurück. Die Durchtrittspforte wird verschlossen, in dem der freie Rand des M. obliquus abdominis internus (das ist ein Muskel im Bauchraum, der heißt eben so ) mit drei Einzelknopfnähten am Ligamentum inguinale (Leistenband) angeheftet wird. Darüber wird die Externus-Aponeurose (äußere Sehnenhaut) mit drei Einzelknopfnähten verschlossen. Gleiches Vorgehen auf der Gegenseite.

Präparation des Penisschaftes, wobei der Penishautmantel basal beginnend nach peripher vom Penisschaft abgelöst wird. Dabei wird sorgfältig darauf geachtet, daß die Gefäßversorgung der Haut keinen Schaden nimmt. Bei der Patientin liegt eine koronare Hypospadie vor.( ähm, das ist irgendeine Fehlbildung der Harnröhre, Harnröhrenspalte oder sowas – aber ich weiß es nicht genau) Zirkuläre Umschneidung der Penishaut 2 mm zentral des Sulcus coronarius (das ist eigentlich die Kranzfurche des Herzens an der Vorhofkammergrenze, was das hier bedeuten soll, weiß ich nicht. Sulcus heißt Furche). Ablösen der Penisschafthaut nunmehr von peripher nach zentral fortschreitend, bis der Penis vollständig aus seinem Hautmantel isoliert ist. Präparation des Gefäßnervenbündels auf dem Dorsum penis (Penisrücken) bis unter die Symphyse (Knochenverbindung durch Knorpel).

Skelettierung der Corpora cavernosa (Schwellkörper), dabei wird die Harnröhre etwa in Höhe der Penisbasis von den Schwellkörpern isoliert. Zunächst wird das rechte Corpus bis zu seinem Fußpunkt am Schambein dargestellt und nach basaler Umstechungsligatur abgesetzt. Dann wird der linke Schenkel in gleicher Weise versorgt. Strecken der Harnröhre und Kürzung auf ein etwa weibliches Maß. Damit sind Corpora cavernosa und der periphere Anteil des Corpus spongiosum (unpaariger kompressibler Schwellkörper der männl. Harnröhre) isoliert. Die peripheren Enden der Schwellkörper werden nun von der Glans (Eichel)abpräpariert und das Harnröhrenepithel im Glansbereich reseziert. Nach Verschluß des Meatus urethrae (Einmündungsstelle des Harnleiters in die Harnblase) durch fortlaufende Naht wird das Epithel der Glans bis auf ein zentrales ellipsenförmiges Areal, das etwa der Größe einer Klitoris entspricht, entfernt.

Bildung einer großen Höhle zwischen Harnröhre und Rektum zur Aufnahme der Neo-Vagina. Das Cavum (Höhle) weist eine Tiefe von etwa 10 cm – 12 cm und einen Durchmesser von etwa 4 cm auf. In diesem hat ein 12er Stent (Platzhalter) mühelos Platz. Tamponade des Cavums mit feuchten Kompressen. Der Penishautmantel wird nun am Ende durch eine fortlaufende Naht verschlossen, nachdem zuvor inneres und äußeres Präputialblatt (Präputium=Vorhaut von Penis bzw. Klitoris) voneinander getrennt wurden. Er wird fingerhandschuhförmig umgestülpt, so daß die Epidermis nach innen weist. Der Hautmantel nimmt nun den Stent auf. Unterminierung der Bauchhaut bis etwa in Nabelhöhe. Die Penisbasis läßt sich nunmehr so weit nach dorsal (rückseitig)verschieben, daß der hautbekleidete Stent nun probeweise in das Cavum rectovesicale eingebracht werden kann. Diese Situation wird beidseitig durch je zwei kräftige Nähte gesichert, die die Bauchdecke an der Symphyse fixieren.
Es werden die Durchtrittspforten für die Harnröhre und die Klitoris markiert. Proximal (zentral) wird ein etwas größeres, längeres, ovaläres Hautareal entnommen, durch das die Spitze der Glans hindurchgezogen wird. Etwas mehr kaudal (nach unten also ) – auf halber Strecke zum Introitus vaginae (Vaginaleingang) – wird der Harnröhrenstumpf hindurchgeführt.
Reduktion des bulbären Schwellkörpers durch tiefgreifende Nähte, die straff angezogen werden. Endgültige Positionierung der Neo-Vagina und Fixation derselben in dieser Situation durch Fibrinklebung. Einnähen der Klitoris sowie der nachresezierten Harnröhre mit monophilem Faden 5 x 0.

Verkleinerung der Skrotalfächer, in dem große Hautlefzen reseziert werden, so daß ein Maß resultiert, das etwa großen Labien (Schamlippen) entspricht. Einlegen von Redondrains (Redon-Saugdrainage) links und rechts, die bds. am Unterbauch durch gesonderte Inzision (Einschnitt) herausgeleitet werden. Feine Schienchen, die für die abschließende Klebung gedacht sind, werden durch beide Labien gezogen und verlaufen außerdem durch den Implantationsbereich von Klitoris und Vagina.

Vereinigung der entsprechenden Wundränder im Bereich der großen Labien durch fortlaufende Subkutannähte. Hautverschluß durch Metallclips.

Es resultiert ein gutes kosmetisches Ergebnis.

Abschließende Fibrinklebung, Entfernung der Rektumtamponade und komprimierender Verband.

 

Zu diesem Bericht stehen OP-Bilder zur Verfügung.

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