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Outing (1)

Moin ihr Lieben!

Ich möchte etwas zu „Erfahrungen“ „Männer“ „Arbeitsplatz“ schreiben, da das gerade mein Thema ist und da noch nichts steht, obwohl ich von allen Seiten mitbekomme, dass das ein ganz schwieriges Thema für jeden ist. Ich oute mich seit Nikolaus 2003. Dazu gehört auch, dass ich an meiner Arbeitsstelle die engeren Arb.-KollegInnen informiert habe, mein Namensschild an der Tür geändert habe, meine Emailadresse geändert habe (weiblicher gegen männlicher Vorname), dass ich mich am Tel. so melde.
Ich arbeite seit 4 Jahren in einem universitären Institut an dem 85% Männer (Wissenschaftler, Techniker) arbeiten und die 15% Frauen in dienstleistenden Stellen beschäftigt sind (Verwaltung, Assistenz, etc.). Ich gehöre auch zu den Dienstleistenden, habe zwar einen direkten Chef, aber um mich kümmert sich niemand und ich besorge mir mein Tagesgeschäft selbst innerhalb des Hauses. Klingt merkwürdig für Leute, die nicht wissen wie Uni funktioniert, ist aber so.
Meine KollegInnen sind im Grunde fast alle sehr nett und humorvoll. Ich passte aus ihrer (und meiner!) Sicht bisher nicht in die Mädchentruppe aber zu den Jungs gehöre ich auch nicht wirklich dazu. Zwar erzählen die Männer mittlerweile schweinische Witze auch in meinem Beisein (großes Lobesritual in Männerkreisen!), aber wenn es darum geht mich wirklich mit ihnen „gleichzustellen“, dann werden sie plötzlich z.B. „väterlich“, erklären mir Dinge in einer „Babysprache“, oder geben mir zu verstehen, dass ich davon nichts verstehen werde oder wenn ich in der Bundesligatipptabelle oben stehe sagen sie „nicht schlecht für ein Mädchen!“. Es scheint, als mögen sie mich sehr, aber auch als müssten sie dafür sorgen, dass ich ihnen nicht zu nahe komme. Andere Kollegen haben mir von Anfang an zu verstehen gegeben, dass sie nichts mit mir zu tun haben wollen weil ich nie das klassische Mädchen gegeben habe. (Ich weiss gar nicht, wie das geht…)
Ich gehe davon aus, dass es z.Z. noch so eine „Ach jetzt hat sie diese dämliche Phase sich einen anderen Namen zu geben, schnarch!“ ist, aber wenn ich Testo nehmen werde und ihnen ähnlicher werde, dann wird es wahrscheinlich ziemlich ungemütlich schätze ich. Wir werden sehen. (Der Naturwissenschaftler an und für sich hasst ja „Dinge“, die unberechenbar sind….)
Ja, warten wir es ab, ich habe jedenfalls ziemlich Schiss davor. Ich finde das Parkett „Arbeitsstelle“ ist mit Abstand das schwierigste. Man verbringt die meiste Zeit des Tages mit diesen Menschen.

Beibei,

Mika

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