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Trans* und die lieben Verwandten … (1)

Trans* und die lieben Verwandten …

von Stephan

Eigentlich könnte alles sehr einfach sein, wenn die liebe Verwandtschaft nicht wäre.
Da erlebt man die eigenartigsten Reaktionen.

Die einen geben sich den Anstrich von besonders tolerant, aber bitte nicht in der eigenen Familie. Da hört die Toleranz doch auf, also in „unserer“ Familie kann es so etwas doch einfach nicht geben.
Andere versuchen das Thema vollkommen zu ignorieren, indem sie die/den Betroffenen auch nach erfolgten Operationen und Namens-/Personenstandsänderung ganz konsequent mit dem alten Vornamen anreden.

Oder man wird überhaupt erst wahrgenommen, wenn man sich geoutet hat, weil man plötzlich so furchtbar interessant ist für andere.
Aber es gibt natürlich auch die positiven Beispiele, wo sich nichts ändert und sich alle recht unkompliziert in die neue Situation einfügen.

Ich habe damals an alle Verwandten zur gleichen Zeit einen Brief geschrieben, so dass es kein langes Gerede hinter dem Rücken gab.
So konnte ich davon ausgehen, dass alle den gleichen Wissensstand hatten und
es kein wildes Spekulieren gab. Es wurde zwar innerhalb der Verwandtschaft darüber gesprochen, aber mit dem Ergebnis, dass mich meine Tante anrief und mir mitteilte, dass es eigentlich alle akzeptiert hätten und auch hinter mir stehen.

Nur mit den Eltern ist das meistens ein wenig anders. Scheinbar ist es im allgemeinen so: Je näher man verwandt ist, um so schwieriger ist es für die Betreffenden, damit klarzukommen. Auch da gibt es zum Glück positive Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Jedoch ist es schon auffällig, dass ein nicht gerader kleiner Anteil transidentischer Menschen, Probleme mit den Eltern hat, wenn es um die Akzeptanz der neu gewählten Identität geht.

 

Hier sehen wir als TransFamily einen wichtigen Punkt, in dem wir unsere Hilfe anbieten möchten:

Informationen anbieten und bei Bedarf auch vermittelnd tätig werden, denn gerade in einer solchen schwierigen Lebenssituation kann man jegliche Unterstützung oder wenigstens Akzeptanz durch die eigene Familie und Verwandtschaft sehr gut brauchen. 

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