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Trans* und die lieben Verwandten … (3)

Trans* und die lieben Verwandten …

Manuel Sören

Naja bei Verwandten hab ich anscheinend die total A-Karte gezogen. Aber auch hier fange ich mal ganz von vorne an.
Zuallererst habe ich es meiner Mutter gesagt, damals war ich 15, also mitten in der Pubertät, wo mir mein Problem ja auch erst mal so richtig bewusst wurde! Ich sagte es ihr also knallhart und legte die Tatsachen auf den Tisch, ihre Reaktion darauf: Du willst doch nur zu einem neuen Arzt!
Diese Reaktion machte mich total fertig, so dass ich dann 1 Jahr gar nicht mehr drüber redete und dies erst wieder tat, als ich mit meinem damaligen Freund zusammen war und merkte zwar, dass ich ihn liebte, aber er nicht mich so wie ich bin, ich liebte ihn als Mann, er mich als Frau, so kam alles wieder hoch und ich redete wieder einmal mit meiner Mutter, dass ich jetzt zu Pro Familia gehen würde, mit denen darüber sprechen würde und mir einen Psychologen und Ansprechpartner geben lasse!

Mittlerweile gehe ich ein Jahr zum Psychologen und mit meiner Mutter rede ich sehr selten darüber, es sei denn ich mache mal wieder einen Termin, bei Prof. Dr. Meyenburg in Frankfurt/Main. Sie ignoriert dieses Thema bzw. verdrängt es! Ich meine ich kann sie irgendwo auch verstehen, da sind Gedanken wie, was denken die Leute, warum gerade mein Kind usw.!
Meinem Vater hab ich es erst vor einem knappen halben Jahr erzählt und er meinte darauf, ich solle es mir überlegen, da ich als Mann dann ja nun sehr klein wäre. Diese Reaktion empfand ich eigentlich als sehr positiv, nur in unseren nächsten Gesprächen, stellte sich heraus, dass ich nun doch immer seine Tochter bleibe!
Nur rein psychisch gesehen war ich des noch nie!
Am meisten Zoff hatte ich mit meinen Eltern als ich ihnen sagte, dass ich Hormone nehmen wolle, war zu dem Zeitpunkt ja noch keine 18! Und sie meinten, dass sie mir weder zur Hormonbehandlung, noch zur Namensänderung eine Unterschrift geben würden! Daraufhin, war ich total fertig! Sie sagten dann, dass wenn sie die Unterschrift geben würden und ich es später bereue, ich sie mein Leben lang dafür verantwortlich machen würde!
Dabei weiß ich, dass sich meine Einstellung niemals ändern wird, auch wenn meine Eltern es noch so gerne hätten!
Noch am gleichen Tag wie meinem Vater habe ich es meiner Tante, meinem Onkel und meinem Cousin gesagt, meine Tante meinte sie übernimmt es, es meiner Cousine zu sagen, da diese ja erst 11 ist und es vielleicht dann besser versteht, hmm… die Reaktion dieser Verwandten, ist schlecht zu beurteilen, weil eigentlich von jedem nur ein Aha kam, aber was soll´s, besser als, das kannst du nicht machen!
Den einzigen meiner nahen Verwandtschaft denen ich es nicht gesagt habe, sind meine 2 Omas und mein Opa, denn ich denke, sie sind einfach zu alt um es zu verstehen!
Für sie werde ich wohl auch immer ihre Enkelin bleiben!

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